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Pakistan (Urdu: پاکستان ) ist ein
Staat in
Südasien. Pakistan
grenzt an Iran,
Afghanistan,
China, sowie an die
indischen
Bundesstaaten
Jammu und Kaschmir,
Punjab,
Rajasthan und
Gujarat (im
Uhrzeigersinn). Pakistan liegt am
Arabischen Meer, welches Teil des
Indischen Ozeans ist.
Der Landesname Pakistan ist ein
Akronym,
das in den 30er
Jahren entstand. Es setzt sich aus den Anfangs- bzw. Endbuchstaben der
Namen muslimisch geprägter Provinzen zusammen: P –
Punjab, A –
Afghan
(NWFP
und
FATA), K –
Kaschmir,
I – Indus, S –
Sind und TAN –
Belutschistan. Zugleich bedeutet „pâk“ „rein“ oder „heilig“ und
-stan "die
Heimat von".
Gliederung
Siehe auch:
Liste der Städte in Pakistan
Entstehungsgeschichte
Der Staat Pakistan ist
1947 aus Teilen
von
Britisch-Indien entstanden. Hintergrund der Gründung Pakistans, war der
Wunsch muslimischer
Bevölkerungsteile, in einem eigenen
Staat, der
nicht Teil des
hinduistisch dominierten
Indiens ist,
zu leben. Als Staatsgründer wird der Moslemführer
Ali
Jinnah angesehen. Als Führer der
1906 gegründeten
All India Muslim League mobilisierte er die Mehrheit der Muslime für
einen eigenen Staat, nachdem in den Dreißigerjahren mehrere Versuche, einen
Kompromiss mit dem
Indian National Congress zu finden, gescheitert waren. Während die
westliche gebildete Mittelschicht, die Großgrundbesitzer, aber auch die
Landbevölkerung die Forderung nach der Gründung Pakistans unterstützten, blieb
ein Teil der konservativen Religionsgelehrten auf Distanz. Außerdem trat ein
großer Teil der
Paschtunen für ein ungeteiltes Indien oder für die Eingliederung der
Paschtunengebiete (NWFP
und FATA) an
Afghanistan ein. Im Zuge der Teilung verließen über 4 Millionen Muslime
das heutige Indien, während ca. 7 Millionen Hindus und
Sikhs
das Staatsgebiet von Pakistan verließen. Es wird vermutet, dass bei
Gewaltakten und durch die Strapazen während der Flucht bis zu 750 000 Menschen
ihr Leben verloren.
Bei der Teilung war umstritten, welchem der beiden
Staaten der Fürstenstaat
Jammu und
Kashmir zugeschlagen werden sollte. Vom mehrheitlich hinduistischen Jammu
und dem mehrheitlich buddhistischen
Ladakh
abgesehen war der Staat mehrheitlich muslimisch. Die herrschende Dynastie war
jedoch hinduistisch, weshalb sich der Fürst Indien anschloss. Pakistan
erlangte jedoch die Herrschaft über den westlichen und nördlichen Teil dieser
Region. Beide Staaten beanspruchen ganz Jammu und Kaschmir als ihr
Territorium, eine von der
UNO vorgeschlagene
Volksabstimmung wurde nie durchgeführt. Der
Kaschmirkonflikt prägt seither die Beziehung beider Staaten.
Als Folge des
Bangladesch-Kriegs von
1971 trennte sich
Ost-Pakistan, das heutige
Bangladesch, von Pakistan.
Weiterer Verlauf und aktuelle Politik
Pervez Musharraf ist seit
1999 Präsident
Pakistans. Seit den
Terroranschlägen vom 11. September 2001 steht das Land im verstärktem Maße
im Spannungsfeld und im Fokus religiös-motivierter Auseinandersetzungen,
insbesondere da Musharraf eine enge politische und militärische Allianz mit
den USA eingegangen
ist. Die nach Meinung vieler prowestlich orientierte Politik des Präsidenten
ist in dem muslimisch orientierten Land umstritten.
Neben den normalen Waffen verfügt Pakistan auch über
Atomwaffen, die seit
1976 unter
Leitung von
Abdul Kadir Khan entwickelt und
1998 zum ersten
Mal getestet wurden, sowie dafür geeignete Kurz- und
Mittelstreckenraketen.
Unabhängig davon beteiligt man sich weiter am
Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Am
7. März
2004 teilte die
Regierung mit, dass sie bei ihrer Fahndung nach Mitgliedern der
Extremisten-Organisation
Al-Qaida
im Westen des Landes Unterstützung von den Stammesfürsten in Form von 2.000
bewaffneten Kämpfern bekommen würde.
Im März 2002 begann die
Volksrepublik China mit dem Bau eines gewaltigen Öl- u. Containerhafens in
Gwadar.
Siehe auch:
Liste der Premierminister von Pakistan
Bevölkerung
Sprachen
Urdu und
Englisch sind die Amtssprachen Pakistans. Englisch wird vor allem von der
Regierung, als Geschäfts- und Bildungssprache an den Universitäten verwendet,
während Urdu die Verkehrssprache des Großteils der Bevölkerung ist, obwohl es
als Muttersprache nur von acht bis zehn Prozent der Einwohner gesprochen wird.
Die Zahl der Urdu-Muttersprachler steigt jedoch durch die gesellschaftliche
Funktion der Sprache ständig, vor allem dadurch, dass Standard-Urdu in der
überwiegenden Mehrzahl der Schulen (auf primärem und sekundärem Niveau) als
Unterrichtssprache verwendet wird. Drei weitere wichtige Sprachen Pakistans
sind ebenfalls indo-arische Sprachen, die mit dem Urdu verwandt sind:
Punjabi
(58%), Sindhi
(12%), Siraiki (9,8% – wird manchmal als Panjabi-Dialekt betrachtet). Nur
Sindhi wird in größerem Umfang als Schriftsprache verwendet. In Karachi leben
aus dem Raum
Bombay stammende Bevölkerungsgruppen, die immer noch
Gujarati
sprechen. Die Sprachen
Pashtu, (8%) und
Belutschi
(3%) gehören zu den
iranischen Sprachen, das in Belutschistan gesprochene
Brahui ist eine
dravidische Sprache. Im Norden des Landes gibt es eine Vielzahl von
Sprachen, die nur von sehr wenigen Menschen gesprochen werden. Balti ist ein
in
arabischer Schrift geschriebener
tibetischer Dialekt.
Religionen
Ca. 96% der Einwohner von Pakistan sind
Muslime. Sie
gehören verschiedenen Strömungen an, über deren Stärke aber nur Mutmaßungen
angestellt werden können, da sie nicht erfasst werden.
In der Mehrheit sind die Muslime
Sunniten.
Der sunnitische
Islam präsentiert sich in Pakistan jedoch nicht als Einheit. Vielmehr
teilt er sich in mehrere Denkschulen auf. Die Richtung mit den meisten
Anhängern dürften die
Barelwis sein. Sie vertreten einen durch den
Sufismus
(islamische
Mystik) geprägten Islam und sind strenge Anhänger der hanafitischen
Rechtsschule.
Sie dominieren vor allem in den ländlichen Teilen der Provinzen
Sindh und
Punjab, haben aber auch viele Anhänger in den Großstädten
Lahore,
Multan und
Rawalpindi. Die
Deobandis sind ebenfalls Hanafiten, sie lehnen jedoch im Gegensatz zu den
Barelwis Gräber- und
Heiligenverehrung ab. Die Deobandis sind in
Karatschi
und unter den
Paschtunen der
North-West Frontier Province und
Belutschistans stark vertreten. Die kleinste der drei sunnitischen
Denkschulen sind die puritanischen, an
Saudi-Arabien angelehnten
Ahl-i Hadîth, welche die Rechtsschulen sowie den Sufismus ablehnen. Ihre
Zentren sind Lahore,
Sialkot,
Gujranwala und
Faisalabad.
Unklar ist, wie hoch der Anteil der 12er-Schiiten
an der Bevölkerung Pakistans ist. Die meisten Schätzungen gehen von 15% aus.
Sie sind in Karatschi, Lahore, Sialkot und
Jhang sowie in
den
Northern Areas stark vertreten. Während der schiitischen Trauerzeremonien
im Muharram
kommt es in Pakistan häufig zu blutigen Auseinandersetzungen. Daneben sind in
Pakistan zwei
ismailitische Gruppierungen vertreten. Die
Bohras leben vor allem in Karatschi, die
Nizaris
sind daneben vor allem in den Northern Areas (Gilgit
und
Hunza) sowie
Chitral (N.W.F.P.) vertreten. Eine schiitische Sondergruppe im äußersten
Norden sind die
Nurbakhshis.
Die
Ahmadis,
die vor allem in ihrem Zentrum Rabwah sowie um Sialkot herum leben, sind in
Pakistan seit 1974
offiziell nicht mehr als Muslime anerkannt; sie sind zunehmender Verfolgung
ausgesetzt. Es gibt außerdem Bestrebungen, die in Belutschistan verbreitete
Gruppierung der
Zikris zu Nichtmuslimen zu erklären.
Im Zuge der Teilung von 1947 verließen
fast alle
Hindus und
Sikhs den Punjab. In Sindh blieb jedoch etwa ein Drittel der Hindus
zurück. Hoch ist ihr Bevölkerungsanteil speziell in der Wüste
Thar. Ihr Anteil
an der pakistanischen Bevölkerung liegt zwischen 1,5, und 2%. Etwa gleich hoch
ist der Anteil der
Christen. Sie leben vor allem um Lahore herum, in Rawalpindi und
Islamabad, sowie in Karatschi. Meist handelt es sich um Nachfahren von
Unberührbaren,
die während der britischen Kolonialzeit zum Christentum konvertierten. Andere
stammen jedoch von
Goanern ab, die zu jener Zeit oft als Bedienstete der Kolonialherren tätig
waren. Die
römisch-katholische Kirche und die aus mehreren britischen
protestantischen Denominationen entstandene Church of Pakistan sind etwa
gleich stark, hinzu kommen einige von
US-amerikanischen
Missionen gegründete Kirchen. In Karatschi leben außerdem mehrere Tausend
Zoroastrier (Parsis) und im äußersten Nordwesten des Landes einige Tausend
Kalash, die den indogermanischen Pantheon verehren.